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Seelentausch

 Max Rinneberg
Mann zum Bäcker
Katharina Beta
Jaspir

 

 


 
Fall 2: 

Der Mann der zum Bäcker ging

aus Spektrum der Wissenschaft
Dossier 4/97 "Kopf oder Computer"
Auszug aus  "Neurophysiologie des menschlichen Gedächtnisses"
von Prof. Dr. Hans J. Markowitsch Universität Bielefeld

....Bereits der Wiener Arzt und Begründer der Psychoanalyse Sigmund Freud (1856 bis 1939) hatte Erinnerungsverluste beschrieben, die - offenbar ohne dass eine Hirnschädigung vorlag - in schwierigen Lebensumständen aufgetreten waren. Der von mir, Angelika Thöne aus meiner Arbeitsgruppe sowie Gereon Fink, Josef Kessier und Wolf-Dieter Heiss vom Max-Planck-Institut für neuropsychologische Forschung in Köln untersuchte Mann behauptete, plötzlich - das war zu der Zeit ein halbes Jahr her - alle Ereignisse seines bisherigen Lebens vergessen zu haben: Er sei seit damals, was seine persönlichen Lebensumstände betreffe wie neugeboren, ihm fehlten sozusagen die Bilder, die normalerweise unsere Vergangenheit widerspiegeln.

Eines Tages war er morgens von zu Hause losgeradelt, um Brötchen zu holen. Er kam aber nicht zurück, sondern war stattdessen tagelang am Rhein entlang gefahren. Er wusste nicht, wer er war; aus Schaufenstern starrte ihn ein fremdes Gesicht an. Schließlich wurde er in einer Großstadt aufgegriffen und in eine psychiatrische Klinik gebracht, wo er angab, sein Gedächtnis verloren zu haben. Selbst seinen Namen und seine Herkunft kannte er nicht mehr. Für ihn begann gleichsam ein neues Leben - sogar sein Asthma und seine Allergie hatte er verloren.

Als seine Familie ihn über eine Vermisstenanzeige schließlich wiederfand und zurückholte, war ihm sein früheres Zuhause gänzlich fremd. Die Einrichtung gefiel ihm nicht, selbst Frau und Kinder kannte er nicht wieder, glaubte vielmehr, man wolle ihn verkuppeln. Schließlich fügte er sich aber in die Situation und erlernte seine Vergangenheit neu - allerdings ähnlich wie Schulstoff. Er war überdurchschnittlich intelligent und eignete sich schnell ein beträchtliches neues Wissensrepertoire an. Ansonsten schien sein Faktenwissen ungetrübt zu sein; so konnte er weiterhin schreiben, rechnen und alltägliche Verrichtungen ausführen. Als wir ihn acht Monate nach dem Zusammenbruch kennenlernten, wusste er alles, was seitdem geschehen war, sehr genau, wenngleich es angelernt wie Schulwissen wirkte. Aus der Zeit davor aber, auch aus seiner belasteten Kindheit und Jugend, erinnerte er aktiv, das heißt aus sich heraus, immer noch nicht das mindeste.

Selbst mit raffinierten neuropsychologischen Untersuchungsverfahren - etwa mit dem Trick des Priming, also dem Versuch, unbewusste Assoziationen hervorzurufen - gelang es uns nicht, sein Unbewusstes zu wecken. Deshalb wollten wir die Hirndurchblutung messen, um eventuelle neuronale Aktivitäten bei der Konfrontation mit früheren Ereignissen zu erkennen. Dazu verrechneten wir PET-Daten, die aufgenommen worden waren, während wir ihm Geschichten aus seiner Kindheit nach Erzählungen seiner Frau vorlasen oder Begebenheiten aus den letzten acht Monaten, die er selbst uns mitgeteilt hatte. An sich hatten wir erwartet, für beide Arten von Erinnerungen unterschiedliche Hirnregionen aktiv zu finden, doch zu unserer Überraschung blieb nach der Subtraktion für die Kindheitserlebnisse praktisch nichts übrig. Offenbar existierte die Zeit vor dem Gedächtniseinbruch für den Patienten noch nicht einmal mehr unterbewusst........

Die vollständige wissenschaftliche Studie, für die ich Herrn Prof. Markowitsch an dieser Stelle danken möchte,  kann heruntergeladen werden unter: http://www.origenes.de/wissen/st/PETSTUDY.pdf